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Halde Haniel (Oberhausen/Bottrop).
Der künstliche Berg, der stetig weiter angeschüttet wird,
ist eine prozessuale Ereignislandschaft, die aufwendig zubereitet
und gekocht wird.
Sie entsteht durch den Kohleabbau und ist als nicht brennbarer Rest,
formbare Gestaltungsmasse.
Ein Ort unendlicher Metamorphosen, ein aus der Nacht in den Tag
geschüttetes Land.
100 Meter über dem Meeresspiegel befinden sich hier die Menschen
in einem geistig-seelischen Ausnahmezustand.
Ein entgrenzendes Panorama entfaltet sich.
Ich zeige in meiner Anfang 1998 bis 2000 produzierten,
1999 durch ein Werkstipendium des Kunstfonds e.V. Bonn,
geförderten Videoarbeit, die Herstellung und kulturelle Nutzung des Berges
(Sommer, Winter).
Ich fördere Arbeitsklänge aus 1000 Metern Tiefe zu Tage und verbinde
sie mit Übertage-Ereignissen.
Der inszenierte Ort entsteht durch meine Bild- und Klangmontage
in einer neuen Dimension.

Jürgen Hille, Düsseldorf, 2000

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In den Tag, DV, 4:3, Farbe, 32 Min., 2004, von Jürgen Hille

„Das Video ist im Auftrag der ZeitmaschineLausitz entstanden und hat
die gewaltigen Veränderungen des Senftenberger Industriereviers zum
Gegenstand, ohne diese dokumentieren zu wollen.
Vielmehr hat Jürgen Hille die technisch-künstlerischen Mittel der Videotechnik
und des Computers eingesetzt, um eine Zeitreise in vitalen Bildern zu inszenieren.
Neben Rückblicken in die Welt der Arbeit sind Erscheinungen der unmittelbaren
Gegenwart montiert, erscheinen in der subjektiven Betrachtung des Künstlers
die Projekte der IBA, die im raschen Wechsel mit genrehaften Szenen andernorts
abwechseln. Diese Bestandteile sind in einen zivilisatorischen Kontext, in einen
eher weltbildlichen Zusammenhang gestellt, den man als künstlerisch gestalteten,
philosophisch untersetzten Entwurf für die zukünftige Vitalität unserer Region
lesen kann.“

Herbert Schirmer, Kurator ZeitmaschineLausitz, 2004

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Schweinfurt

buecher-2017